Was ist das?
Was ist ein Butterlecker?
DIE BEZEICHNUNG ‘BUTTERLECKER‘ GEHT ZURüCK AUF DAS HEUTE KAUM MEHR GEBRAUCHTE PLATTDEUTSCHE WORT ‘BOTTERLICKER‘ FüR SCHMETTERLING, AN DESSEN FORM DER HAARSCHMUCK ERINNERT.

Die Bezeichnung ‘Butterlecker‘ geht zurück auf das heute kaum mehr gebrauchte plattdeutsche Wort ‘Botterlicker‘ für Schmetterling, an dessen Form der Haarschmuck erinnert.

Der hochdeutsche Name Schmetterling leitet sich vermutlich von Schmetten ab, denn das ostmitteldeutsche Wort Schmetten bedeutet - wie auch im österreichischen Dialekt - Rahm oder Sahne. So gehen ebenfalls der plattdeutsche Begriff ‘Botterlicker‘ = Butterlecker und das englische butterfly auf diesen Ursprung zurück.

Das Ölbild ‘Mädchen mit dem Butterlecker‘ wurde 1919 vom Schweizer Künstler Franz Wilhelm Gehri (1882-1960) gemalt.
Was ist eine Schulklasse
DIE SCHULKLASSE ODER DER KLASSENRAUM WAREN SEIT DER ENTWICKLUNG DER BüRGERLICHEN PäDAGOGIK IM 18. JAHRHUNDERT MIT EINEM KATHEDER, DEN SCHULBäNKEN FüR DIE KINDER UND EINER SCHREIBTAFEL AUSGESTATTET.

Seit Ende des 18.Jahrhunderts wurden Schulklassen für die Kinder aller Bevölkerungsschichten zur Grundlage ihrer allgemeinen Bildung. Zur Einrichtung gehörten die Schulbänke: ähnlich den Kirchenbänken boten sie mehreren Kindern Platz und bei Bedarf konnten sie zusammenrücken.

Im Laufe der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde die Zweierbank eingeführt, denn sie erleichterte das Heraustreten aus der Bank z.B. an die Schreib- oder Rechentafel.

Die abgebildeten Puppenschulbänke aus einem Spielwaren-Katalog von 1924 entsprachen bis auf die Größe dem Original der Schulmöbel, deren Sitzfläche fest mit dem Tisch verbunden war. Vor den Bänken stand in erhöhter Position ein Katheder – die alte Bezeichnung für das Lehrerpult - und eine Schreibtafel, eine zumeist grün angemalte Holzplatte, auf die mit Kreide geschrieben wurde und welche leicht mit einem Schwamm entfernt werden konnte.
Was ist ein Schnürleib?
DAS SCHNüRLEIB WAR EIN VERSTEIFTES MIEDER UND IST ALS VORLäUFER DES KORSETTS BEREITS AB DER ERSTEN HäLFTE DES 16.JAHRHUNDERTS ERHALTEN. DIE TYRANNEI DER MODE ZWäNGTE SELBST KLEINE MäDCHEN DER OBERSCHICHT BEREITS IM KLEINKINDALTER IN EIN ENGES SCHNüRLEIB UND ERZOG SIE ZUR EITELKEIT.

Kinderkleidung, wie wir sie heute für selbstverständlich halten, ist eine Erfindung neuerer Zeit. In früheren Jahrhunderten war es üblich, Kinder nach dem Ende der Kleinkindphase wie kleine Erwachsene zu kleiden. Besonders für die Mädchen war diese Praxis mitunter ausgesprochen qualvoll. Seit dem 17. Jahrhundert erhielten sie genau wie ihre Mütter Miederkorsetts aus Fischbein oder Holzstäben zur Erlangung einer schlanken Taille. Oft wurden Kinder sogar besonders fest geschnürt und die Korsetts durch Eisenstäbe verstärkt, weil man hoffte, auf diese Weise den Wuchs ‘positiv‘ beeinflussen zu können. Die Mädchen der Oberschicht erhielten zudem bodenlange, tief dekolletierte Kleider, die der aktuellen Mode entsprachen und oft den Kleidern der Mutter nachempfunden waren. Dazu kamen die entsprechenden Accessoires wie hochhackige Schuhe, Schmuck und gepuderte Perücken, wie sie auch das dargestellte erst dreijährige Mädchen trägt.
Was ist ein Kaffeeröster?
HANDBETRIEBENE KAFFEERöSTER SIND KüCHENGERäTE IN DENEN FRüHER DER ROHKAFFEE BIS ZUR BRäUNUNG GERöSTET WURDE. DIE MEISTEN RöSTER WURDEN AUF DIE ÖFFNUNG DER HERDPLATTE GESETZT.

Im 19. Jahrhundert röstete man den Kaffee in den Haushalten meist noch selbst, erst seit etwa 1900 gab es fertig gebrannten Kaffee zu kaufen. Die rohe Bohne war – je nach Herkunftsland – gelblich, grau oder grün. Da die grünen Bohnen als hochwertigste Sorte galten, wurden andere Sorten oft mit Kupfervitriol grün eingefärbt, weshalb sie vor dem Rösten mehrfach gründlich gewaschen werden mussten. Nach dem Trocknen kamen sie in den Kaffeeröster, einen feuerfesten Behälter, der zumeist auf die Feuerstelle gesetzt und mit Hilfe einer hölzernen Kurbel gleichmäßig gedreht wurde. Während des Röstvorgangs konnte er luftdicht geschlossen werden, wodurch ein Austreten der Aromastoffe verhindert wurde. Kaffee wurde in Deutschland seit dem frühen 18. Jahrhundert eingeführt und getrunken. - Zunächst ein Privileg der Reichen wurde der Kaffee später immer mehr zum Allgemeingut einer bürgerlichen Kultur. Überall in Europa entwickelten sich Kaffeehäuser, die zu wichtigen Treffpunkten des kultivierten Bürgertums wurden.
MIT DEM NEUEN FRAGE- UND ANTWORTSPIEL WERDEN DIESE UND VIELE WEITERE INZWISCHEN UNBEKANNTE GEGENSTäNDE IM MUSEUM HERVORGEHOBEN UND ERLäUTERT: ES GILT DAS SONDERBARE, SCHöNE, EINZIGARTIGE UND WERTVOLLE VERGANGENER ZEITEN ZU ENTDECKEN.

Seit 30 Jahren zeigt Elke Dröscher in ihrer Welt der kleinen Dinge, was es einstmals im Großen gab: In der Guckkastenwelt der Puppenstuben ist im Kleinen zu erkennen welche Sachen in vergangenen Zeiten zu einem bürgerlichen Hausstand gehörten. Jedes Detail der Einrichtung ist absolut originalgetreu gefertigt worden, denn Puppen, -Stuben und -Läden dienten seit Jahrhunderten der Belehrung. Ein Blick in die kleinen Lebenswelten antiker Puppenstuben lädt zum Entdecken ein: kaum eine museale Rekonstruktion oder zeitgenössische Darstellungen können das Ambiente damaliger Lebenskultur derartig lebendig wiedergeben. Der Charme und historische Wert aller Puppenstuben, gleichgültig welcher Epoche oder Stilrichtung sie entstammen, liegt im Detail- und Materialreichtum der längst ‘entsorgten‘ Geräte. Profane Gegenstände der Alltagskultur wurden selten bewahrt und entschwinden somit aus unserem kulturellen Gedächtnis. So sind hunderte detailgenauer Miniaturgegenstände im Museum für die Besucher eine Möglichkeit des lebendigen Erlebens von Geschichte.

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